- VON A. RAETZER -
Wer die Situation unter der Westspange gesehen hat, den kann die Stellungnahme der Stadt Saarbrücken nicht überzeugen.
Fakt ist: Wer das Plexiglas anbrachte, musste wissen, dass die im Brückenpfeiler lebenden Tauben qualvoll verenden. Und dies ist ein klarer Verstoß gegen den Paragraphen 4 des Tierschutzgesetzes, nach dem das Töten von Wirbeltieren "nur unter Vermeidung von Schmerzen" zulässig ist.
Es wird höchste Zeit, dass die Stadt Saarbrücken endlich ein Konzept für den Umgang mit Stadttauben entwickelt, das die Bedürfnisse von Mensch und Tier gleichermaßen berücksichtigt und respektiert.
Andere Städte in Deutschland sind hier längst weiter. Beispiel Aachen: Hier setzten sich Stadtrat, Ämter und Tierschützer an einen runden Tisch und entschlossen sich, Taubenschläge einzurichten. Regelmäßig werden hier Eier aus den Gelegen entfernt, um einer zu großen Vermehrung entgenzuwirken.
Eine solche Lösung wünschen sich auch die Saarbrücker Tierversuchsgegner, die der Stadt gerne mit Rat und Tat beiseite stehen, um dem Taubenproblem auf
vernünftigem Wege beizukommen.
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Tauben in der Todesfalle
Arbeiten an Westspange: Plexiglas versperrt Vögeln Weg ins Freie - Viele verenden
- Von ALEXANDRA RAETZER -
Saarbrücken.
Ganz schwach liegt sie am Boden, die Flügel von sich gestreckt. Der kleine, ausgezehrte Körper zuckt noch ein paar Mal, dann fällt das Köpfchen zur Seite.
Die Taube ist tot. Unzählige dieser Vögel, darunter viele Jungtiere, teilen dieses Schicksal. Das große Sterben greift um sich, hier, in einem der mächtigen Brückenpfeiler der Westspange in Höhe des Bürgerparks. Vor zehn Tagen ließ die Stadt die Einflugmöglichkeit des als Brutstätte für Stadttauben bekannten Pfeilers mit Plexiglas versiegeln, und zwar ohne die Tiere zu vertreiben.
Seitdem waren die Vögel samt Jungen im Brückenpfeiler eingeschlossen.
Ohne Futter, ohne Wasser.
Dass einige der Tauben mit dem Leben davonkamen, ist Rolf Borkenhagen vom Verein "Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegner Saar" und seinen Mitstreitern zu verdanken. Ein Anwohner alarmierte Borkenhagen. Der sah hinter dem Plexiglas zahlreiche Tauben, die vergeblich den Weg ins Freie, zu Wasser und Futter, suchten. Der Tierschützer schaltete die Polizei in der Karcherstraße ein, die gleich einen Streifenwagen vorbeischickte. Ein Beamter ließ zumindest an einer Stelle ein Loch in das Glas schneiden.
Doch die Tiere fanden den Weg in die Freiheit nicht. Nur mit Hilfe der Tierschützer gelang es einigen Vögeln, dem tödlichen Gefängnis zu entkommen. Am Montag kam Dieter Kreuter vom städtischen Tiefbauamt zur Ortsbesichtigung.
"Herr Kreuter erklärte mir, diese Aktion sei mit Verantwortlichen der Stadt Saarbrücken abgestimmt. Das Einschließen der Tauben sei eine vertretbare Aktion, die er im Hinblick auf die durch Tauben entstehenden Reinigungskosten auch verantworte", erinnert sich Borkenhagen.
Die Stadtpressestelle kann diese Aussage Kreuters "nicht bestätigen". Inzwischen wurde das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelkontrolle im Stadtverband Saarbrücken aktiv. Nach den Worten von Ralf Parino vom Pressereferat des Stadtverbandes hat sich Jürgen Engel, der Leiter des Veterinäramtes, an der Westspange umgesehen. "Engel hat Jürgen Wohlfahrt (Rechtsdezernent der Stadt Saarbrücken, Anm. d. Red.) darauf aufmerksam gemacht, dass diese Maßnahme gegen das Tierschutzgesetz verstößt", erklärt Parino. Wilhelm Irsch vom saarländischen Umweltministerium sieht das genauso:
"Dies ist sicher nicht die geeignete Tötungsmethode, unabhängig davon, ob ein vernünftiger Grund vorliegt oder nicht." Nach dem Gesetz müssen die Tiere, so erklärt Ralf Parino weiter, erst "vergrämt", also vertrieben werden, ehe "bauliche Maßnahmen" installiert werden dürften, um die Tiere fernzuhalten.
Die Stadtpressestelle weist die Vorwürfe zurück: "Wir hätten für die Kritik dann vollstes Verständnis, wenn wir die Tiere tatsächlich bewusst elend und langsam verrecken lassen würden. (...) Aber das tun wir nicht", beteuert Pressesprecher Mark Diening. Wie Diening erläutert, steht die Aktion im Zusammenhang mit der gesetzlich vorgeschriebenen Hauptprüfung an der Westspange. Die sieben Hohlräume der Brücke seien voller Taubenkot, Federn und Kadaver.
Der Dreck müsse vor der Prüfung erst mal raus, und auch die Vögel müssten draußen bleiben. Aber dennoch sei, nachdem die Öffnung des Brückenpfeilers mit Plexiglasscheiben dichtgemacht worden war, eine Tür geöffnet worden. Diese geöffnete Tür sollte den Tieren die Möglichkeit geben, den Pfeiler zu verlassen.
Diening räumt ein: "Ohne den Tod einiger Tauben wird die Brückenprüfung nicht vonstatten gehen!" Am Dienstag habe die Stadt vier der Platten öffnen lassen. Eine Fachfirma werde die restlichen Tiere verscheuchen und dann die im Pfeiler gebliebenen Tauben mit Gas betäuben und töten.
Wohin mit den Stadttauben? Schreiben Sie uns bitte unter dem Stichwort "Tauben".
Unsere Adresse lautet: "SZ"-Redaktion Stadtverband, Gutenbergstraße 11-23, 66103 Saarbrücken.
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Stellungsnahme von Rolf Borkenhagen -
Menschen für Tierrechte
Ausrisse aus dem überarbeiteten Gedächtnis/Verlaufsprotokoll
Chronologie :
Vorsätzlich eingeschlossenen Stadttauben im Bereich 4 der Westspange Saarbrücken ..Brütende Tauben können Ihren Nachwuchs nicht versorgen da eingeschlossen oder ausgeschlossen.
Die anderen verhungern und verdursten ebenso.
Aussage von Herrn Kreuter: Tiefbauamt der Stadt Tel. SB - 905-9045 am Montagmorgen bei Ortbesichtigung – ab 10. 00 Uhr."Dies ist eine abgestimmte Aktion mit Verantwortlichen der Stadt Saarbrücken, das Einschließen der Tauben ist eine durchaus vertretbare Aktion – im Verhältnis zu den Reinigungskosten zur anstehenden technischen Überprüfung der Brücke und wird von Ihm auch verantwortet - ich wir würden mit Interventionen das ganze Konzept vernichten sowie alles verteuern - da auch vorgesehen sei mit anderen Bauteilen so zu verfahren ."
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Samstag Mittag :
Anruf eines Bürgers, der feststellt, dass seit „mehreren Tagen Tauben im Brückenbau an der Westsspange lebendig durch Plexiglas eingeschlossen wurden.
Empfehle ihm dringendst die Polizei zu rufen, die weitere Hilfe über Feuerwehr veranlassen könnte da mein Fahrzeug am Flughafen abgestellt ist. Er verspricht mir dies zu tun.
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Sonntag Nachmittag um ca 18. Uhr Ortsbesichtigung durch mich , da ich den Anrufer des Vortages tel. nicht erreiche.
sehe dass hier bisher nichts geschen ist.
Stelle fest, dass sehr viele Tauben hinter Plexiglas eingeschlossen sind und sehr schwach sind.
Rufe die Polizei über Handy an die Karcher Str. schickt einen Wagen.
Im längeren Gespräch verbleiben wir so, dass Herr Becker (Station Karcher Str.)dringend versuchen wird, ein Plastikteil entfernen zu lassen.
Setze mich mit Frau Weber in Verbindung / Sulzbach, dass ich das Weitere übernehme.
Montag Morgen.n 7. 00 Uhr Besichtigung von mir – ein kleines Teil entfernt, aber die Überzahl der Tauben findet nicht hinaus und durstet und hungert weiter.
Kurzgespräch um ca. 8. 00 Uhr mit Herrn Becker Karcherstr. Er gibt mir Kontaktadressen, die aber nicht zutreffen
Ca, 8.20 Der Bürger mit der Nummer ................Ruft an ich berichte ihm
hier stellt sich heraus, dass er und viele andere schon seit über 7 Tagen davon wissen verspreche weiter zu berichten
Erreiche dann nach vielen Versuchen innerhalb des Stadtbereiches den verantwortlichen Ansprechpartner Herrn Kreuter , der mir vorwirft, "ich würde eine gute Aktion zunichte machen wenn ich mich hier einmische". Wenn überhaupt, dann sollten wir uns um die Entfernung der noch lebenden Tauben kümmern.
Nach längerer Diskussion bietet er mir an eine Besichtigung zu machen . ich willige ein wir treffen uns um 10. 00 Uhr vor dem Pfeiler mit den eingeschlossenen Tauben
Ich rufe per handy gräbner SBZ an. Er ist sehr interessiert bittet um Rückruf von Kr.
Nachdem aufgeschlossenen wurde, bin ich entsetzt über den Zustand der noch lenbenden Tauben am Boden viele Tote hunderte junge und alte, Tauben die lebenden sind nicht in der Lage zu laufen
Während der Wartezeit auf Herrn Kreuter rief ich Herrn Dr. Irsch von Tierschutzreferat des Umweltministerium an und bitte um Hilfe, da ich Herrn Dr. Engel über den Polizeinotruf nicht erreiche ( Tour de France alles dicht)
Herr Irsch verspricht Hilfe kontaktiert Dr. Engel Beide sprechen mit Herr Kreuter in meinem Beisein. Herr Kreuter verlässt nach längeren Gesprächen, die Örtlichkeit mit der Zusicherung mehrere Plastikabdichtungen entfernen zu lassen und einer humanen Lösung nicht im Weg zu stehen, weigert sich aber auf Presse zu warten oder Herrn Gräbner zurückzurufen
Ich rufe Gräbner zum 2 Male an , berichte ihm u. a. v. der Weigerung. Er verspricht Rückruf von Journalisten.
Frau Frank vom Saarl. Rundfunk (Beo) kommt mit Wasser zur Notversorgung und Kamera
Rufe Claudius an er kommt auch - gottseidank
Kreuter läßt die Tür auf und vergißt den Schlüssel und wir retten - Frau Frank - Claudius und ich zuerst 9 Tauben (Käfig) , tränken und notversorgen sie.
(Dutzende Tauben können wir insges. im Laufe des Tages und nächsten Morgens heraus locken oder scheuchen, da sie geschwächt am Boden hock en und auch das Tageslicht sie schockt.)
Wir lassen Wasser und Futter vor Ort schließen die Türe - Alle sind ohne Ausnahme ausgehungert und ausgedörrt 3 sterben auf der Fahrt 6 Tauben bringe ich bei Frau Schwarz in Fechingen unter. Nachmittags ca. 16. 00 hole ich allein, noch 6 Tauben heraus sie sterben alle inner halb von wenigen Minuten.
Nach Recherchen beim Wachpersonal, der Aussage von Herrn Kreuter und Spaziergängern sowie Aussage des Anrufers sind die Tauben seit ca 9 Tagen eingeschlossen.
Weitere Recherchen ergeben dass die Stadt auch weiter so mit anderen Brückenteilen demzufolge Tauben weiterverfahren will.
Herr Dr. Engel ist für eine humanere Lösung was immer das bedeudet.
Eines ist jetzt schon festzustellen
: Vorsätzliche lange anhaltende Tierquälerei Verstöße gegen § 1 Tschg., § 2, § 3 u. § 4
18. 30 Carsten und Anja kommen mit Fotoapparat und Kamera kurz darauf auch Silke - bin immer noch im Besitz des Schlüssels des Tiefbauamtes Wir fotografieren die vielen Taubenleichen im abgeschlossenen Brückenteil.
19. 00 kommen zwei Damen der Saarbrücker Zeitung,
Interview detailliert überreichung des chronologischen Protokolls, Vorstellung von Silke, Carsten und Anja anschließend Fotoexursion ins dunkle Verließ es wird fotografiert anschließend treiben Anja, Carsten, Silke und ich einen Teil der Tauben, die am Boden sind heraus ähnlich wie morgens mit Sab. Frank.
Wir fangen 4 Taubenjunge erstverpflegen sie. Den Rest der erschöptfen Tauben scheuchewn wir zum Teich und füttern sie – wenig Hoffnung dass sie überleben
Silke und ich fahren die 4 Tauben wieder nach Fechingen.
Am nächsten Tag bei Ortbesichtigung ist dass Schloss herausgebohrt und durch ein neues ersetzt worden - ich kann nicht mehr hinein.
Der Saarländische Rundfunk berichtet im aktuellen Bericht
sowie die Saarbrücker Zeitung unter :
http://www.sz-newsline.de/news/sta.php3
und
http://www.sz-newsline.de/sta/GHJ8BMTQ_1.php3
mfg robo